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monjaschuenemann

Pflege-Liebe-Laien

Liebeleins, kennt Ihr noch diese Serie „Liebe ist…“? Was hingegen ist eigentlich Pflege?

Pflege ist: Der Laie quatscht immer mit. Da geht es (wahrscheinlich) um Waschlappen, das hat er schon mal gesehen – da kennt er sich aus, das weist ihn aus.

Pflege ist: Der Laie kann es meist besser, hat schon mit seinem Bachblütenberater darüber geredet und sein Schüsslersalzexperte rät auch dazu… also mach es gefälligst so, wie er das möchte.

Pflege ist:  Wenn der Laie (oder Kollegen) fordern, dass „Du es mit Herz machst!“.. Leute, wenn ich anderen Menschen mit Herz an die Genitalien fasse, und es nennt sich Beruf, dann ist was schief gelaufen!! Selbst Leute, die professionell anderen Menschen an die Genitalien fassen, lieben diese anderen Menschen nachweislich nicht!

Pflege ist: „Sie sind nur Schwester!“ – Ja, stimmt.  Dann hör ich mal auf, den Beatmeten abzusaugen, den sterilen Verband zu machen, zu gipsen, die Inkontinenzeinlage zu wechseln und Essen zu geben ..und wir warten alle, bis einer kommt, der sich damit auskennt, ok?

Pflege ist: „Sie haben so einen schönen Beruf!“ Ja, habe ich. Leider dürfte ich ihn noch nie so machen, wie man ihn mir beigebracht hat.

Pfleg ist: „Ich könnte das nicht!!!!“ Eindeutig nicht! Dafür habe ich auch 3-4 Jahre gelernt und studiert und zig Fachweiterbildungen gemacht. (Und nun raus hier)

Pflege ist: Wenn in der Fachzeitschrift steht, work-life-balance sei so wichtig – und Dein Chef Dir die freien Tage streicht, weil 3 Kollegen bis auf unbestimmte Zeit krank sind.

Pflege ist: Wenn Du keinem Hobby nachgehen kannst, weil es einfach keiner gebacken kriegt, Dir einmal in der Woche zu ermöglichen, einen fixen Termin wahrzunehmen.

Pflege ist: Wenn Du Dich bedankst, dass Du mal zur Fortbildung durftest – von der Deine Institution profitiert. Und Du, trotz erhöhter Kompetenz, keinen Euro mehr siehst.

Pflege ist: Wenn „weil ich hier der Arzt bin“ ein vollständiges Argument darstellt. Oder „weil wir das schon immer so gemacht haben!“

Pflege ist: wenn Du mit Leuten in der Pause sitzt, von denen völlig klar ist, dass sie gerade verbal einen nicht anwesenden Kollegen durchhecheln – weil es DEM an sozialer Kompetenz mangelt. (Aha)

Pflege ist: wenn Du trotzdem daran glaubst, dass es mal besser wird.

Pflege ist: wenn Du politische Änderungen möchtest und Lobby, aber BVs, Kammern und Gewerkschaft ablehnst, weil „Dir das zu teuer ist“

 

 

 

 

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#Pflexit „Dann geh doch!“!

8000 neue Stellen will die Politik schaffen. Ich weiß nicht, wo ich es gelesen habe, aber das wären pro Einrichtung 0,9 Stellen im Zusatz. Das nennen sie „spürbare Entlastung“. Pflege schiebt Millionen Überstunden vor sich her. Ein gigantischer, unverzinster Kredit an die Arbeitgeber, der weder in Zeit, noch in Geld abgetragen wird. Wo genau ist da die spürbare Entlastung? Mit welchem Recht, außer, dass wir noch immer qua Emotionalität verantwortlich gemacht werden, weil es „dem armen Patienten“ schlecht geht und angeblich Pflege alleine und ohne Bezahlung diese Missstände weiter erdulden muss – zum Wohle der Allgemeinheit. Der Staat, daran möchte ich mal erinnern, ist die Summe aller Menschen der Gesellschaft – auch wir gehören dazu, auch wir sind schützenswert. Der eine Teil der Gesellschaft kann vom pflegenden Teil der Gesellschaft nicht weiter erwarten, gleichzeitig Neoliberalismus, Kapitalismus und Marktwirtschaft zu leben – und dennoch altüberkommende Werte wie Nächstenliebe ohne Bezahlung von Arbeitsleistung zu erwarten. Ganz ehrlich? Wäre ich nicht schon weg – jetzt wäre ich es.

Früher konnte man noch denken: naja, die wissen vielleicht nicht, was los ist, was sich ändern müsste. Aber nein – das wissen „die“ (PDL, Geschäftsführer, Bundesgesundheitsminister) ganz genau. Und noch mehr wissen sie es, seitdem soziale Medien Einzug in das Leben gehalten haben. Außer, alle Politiker lesen weder Gesundheitsreporte, Timelines, Emails, Beschwerden. Es wird trotzdem nichts getan – Pflege wird verarscht, anders kann man es nicht ausdrücken.

Um die trockenen Pöstchen in noch zu bildenden Kammern wird ein Kampf geführt, der sich unter denen abspielt, die ganz genau die eigene Berufskaste jahrelang geholfen haben, auszubeuten. So ein Lederbürostuhl ist warm und trocken – stünde er jetzt in einer Kammer oder in einer Gewerkschaft oder in einem BV.

Vergliche man Beruf mit einer Ehe, dann hätte man als Frau einen Typen, der so tickt, wie dieser Beruf, schon lange verlassen. Würde man jemanden kennen, der bei einem Mann bleibt, der einen ausbeutet, misshandelt, runtermacht und gesundheitlich gefährdet, gälte man als selbstzerstörerischer Co-Abhängiger einer kranken Beziehung. Nur im Beruf -da soll man diese Dinge der F-Nummern ganz ablegen, und alles mit sich geschehen lassen. #Pflexit ist wie Scheidung. Lasst Euch scheiden.

Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie sehr gerade die Fähigkeiten, die der Pflegeberuf einem abverlangt, auf dem freien Markt gesucht werden: Flexibilität, Disziplin, Koordinationsvermögen, Organisationstalent…. Ihr werdet gesucht!

Letztens sah ich eine Anzeige beim Bäcker. 2000 Euro Brutto bieten sie dem, der 38,5 Stunden bei ihnen anfangen möchte. Soviel, wie eine Altenpflegekraft in Schicht verdient! Da würde ich doch eher zum Bäcker arbeiten  gehen!

Aber nein, viele konnotieren das ja mit Versagen , Aufgeben… wie oft ist mir schon entgegengebracht worden, Pflexit sei Flucht. Flucht ist keine Schande! Flucht ist da gemeint mit „im Stich gelassen“. Diese Spaltungen rauben mir den letzten Nerv.

Geht, geht weg da, dieser Beruf wird, so wie wir ihn gelernt haben, nichts mehr. Die Zeit der Psychosomatikansätze ist vorbei. Und aus denen ist der Beruf, wie wir ihn kennen, geboren. Es gibt keine Ganzheitlichkeit mehr. Sie ist nur eine Worthülse, an der man Euch verzweifeln lässt, ohne dass Ihr selbst Zugriff auf Eure Ganzheitlichkeit hättet.

Als Mann oder Frau fühlen – nach 4 Tagen Einspringen? Mit noch immer rigorosen Bekleidungsvorschriften? Mit einer Familie, die kaum mehr weiß, wer man ist?

Sich verwirklichen? Kommt, stop kidding me!

Ruhen und schlafen? Hahahahahahaha….

ABEDL gelten auch für Pflegende.

Lauft, Forrests, lauft!!

„Kommt Ihr Weihnachten?“

Es gibt eigentlich für ihn keinen Grund, sie im Altenheim zu besuchen, der menschlich wäre. Sie hat sich nie für ihn interessiert. Zuletzt gesehen hat sie ihn, da war er 9 Monate alt. Das letzte mal bewusst. Enkel hindern, genau wie Kinder, ja unfassbar das eigene Leben. Zweimal hat sie einen 10er überreichen lassen. Ohne Karte. Trotzdem fährt er hin. Wahrscheinlich, weil er sicher ist, dass es sonst niemand tut. Vielleicht, weil er jetzt selbst für ein Stück Normalität sorgen kann. Und was gibt es Normaleres, als seine Oma im Altenheim zu besuchen. Ich gehe mit. Ich weiß nicht, warum.

Da sitzen sie. 20 Damen in der Stille um einen Tisch. Kein Lied, kein Gespräch – und starren in die Kaffeetassen. Es will auch niemand wissen, wer wir sind. Eigentlich hätten wir jetzt jeden besuchen können – es hätte niemanden interessiert. Er nimmt ihre Hand und streichelt sie und sagt „Hallo“ und sie lächelt. Er fragt sie, ob sie in ihr Zimmer möchte und bugsiert den Rolli aus der Parklücke am Tisch. Er mobilisiert sie auf ihr Bett. Parkinson. Das Jahr FSJ hat ihm das beigebracht. Ich muss nur ein bisschen helfen. Wir sind mit einem riesigen Weihnachtsgesteck bewaffnet. Es kann leuchten. Sie findet das schön. Er sitzt unter einer Collage, die ich mal gemacht habe. Er als Baby. Collage deshalb, weil es keine gemeinsamen Bilder der beiden gibt. Wie auch, wenn sie nie da war. Jemand hat das Bild aufgehangen, aber sie kriegt das Baby und den jungen Mann mit seinen 1,90m nicht im Kopf vereint.

„Was gabs heute zu essen?“ Unterhalten ist schwer, wenn man keine gemeinsamen Erinnerungen hat. Sie weiß nicht, wer er ist. Sie hätte ja auch sonst keine Erinnerungen. Keine Bonbons, keine Küsschen, kein Zoobesuch, kein Weihnachten, kein Fahrradfahren. Nie hat sie seine Schlagzeugkonzerte besucht oder wüsste auch nur, dass er es spielt. Sie weiß nicht, dass der junge Mann studiert und 5 Stunden Auto gefahren ist, um sie zu sehen. Aber sie lächelt und beschwert sich übers Essen. Das kann ich verstehen. Kochen konnte sie. Noch heute nutze ich viele der Rezepte, die sie mir als junge Frau gezeigt hat. Damals, als ich noch den Namen dieser Familie trug, aus der wir heute alle ausgeschlossen sind. 20 Jahre. Ein Blumentopf steht auf dem Tisch. Das Herz von Muttertag ist noch drin. Es muss mal jemand dagewesen sein. Ich weiß, warum sie freundlich ist. Der junge Mann sieht seinem Vater sehr ähnlich. Mich kriegt sie nicht unter. Da ist sie chancenlos. Es sind keine Bilder von mir da. Das Hochzeitsfoto, das auf ihrem Regal steht, zeigt eine andere Frau – und ist auch schon Dekaden alt. Damnatio memoria. Hat geklappt. „Manche sagen, meine Mutter wäre gestorben! Wisst Ihr was darüber?“ Ja, ich weiß, dass ihre Mutter jetzt weit über 100 sein müsste. Ich kenne sie nicht. Der Junge bereinigt das elegant. „Du! Weiß ich nicht! Bei mir hat sie sich nicht gemeldet!“ Puh, die Kuh ist vom Eis.

Wir haben ihr eine elegante Handcreme mitgebracht. Sie dreht sei umständlich auf. „10 Jahre, sagt der Arzt!“ „Dann?“ „Solange soll das dauern, bis mein Bein wieder geht!“ „Das ist eine lange Zeit“ sagt der Junge. „Ja, das kannste laut sagen.“ sagt sie. Die Handcreme riecht nach Marzipan. Zwischen all dem Billigzeug sieht sie aus, wie aus einer anderen Welt. Für mich eine Metapher, warum wir nicht miteinander leben konnten. Ich sorge mich um andere. Ich erinnere mich, wie ich am Anfang des Jahres liebevoll Krankenhauszeug für die Mutter meines Mannes aussuchte und wir ewig die Inhaltsstoffe studierten, damit es das Beste ist, was man kriegen kann. Ein bisschen Luxus, ein bisschen Individualität. Waschen auch als Sinnlichkeit. Muss kein Vermögen kosten, aber auch nicht im 10er Pack n Euro kosten. So ist diese Familie, schießt es mir durch den Kopf. Kostet es Geld, ist es kaum zu ertragen. Kinder, Enkel, Söhne…. kosten Geld. „Die nächste Stufe drunter wäre Kernseife“ denke ich noch böse.

Es schleppt sich. Aber immerhin geht alles gut. Sie pöbelt gerne. Pöbelt über die Altenpflegerin, das Essen, die anderen. Es war ein großer Fehler, sie zu anderen zu stecken. Aber es war nicht mein Fehler. Wir mobilisieren sie wieder in den Rolli und schieben sie in den Tagesraum. Dort ist immer noch alles still. Sie nimmt seine Hand, schaut ihn an und fragt: „Kommt Ihr Weihnachten??“ Der Junge nickt. Es ist Weihnachten……

Chillt mal! Es ist nur Weihnachten!!

Mein Job bringt es mit sich, dass ich ein bisschen bibelfest sein muss. Is eben so, wenn die Gesellschaft sich vorwiegend mit einem Buch befasste. Habe ich was überlesen? Stand da irgendwo: “ Und Maria ist voll ausgehakt, als sie feststellte, dass die Herberge keinen Whirlpool hatte. Und siehe, Joseph wurde panisch, weil das Essen anbrannte und doch die Hirten kommen sollten – und alle saßen völlig fertig und abgehetzt um die Krippe rum und verwünschten das blöde Blag, das ihnen an dem Tag so viel Arbeit gemacht hatte und alle waren froh, als die Scheisse endlich rum war.“ NÖ!

Wo Du die Tage auch hinguckst, in welche Gesichter auch immer: überall scheint der maximale Stress ausgebrochen zu sein. Ich mache das nicht mit.

Gestern stürmte ein Trupp Bauarbeiter mein Zuhause und sägten und hämmerten und bohrten Löcher. Kann mich nicht nerven – es ist schließlich Weihnachten. Unnötig zusagen, dass die Hälfte ihrer Aufträge nicht fertig wurde und sie im Januar wiederkommen. Auf Einiges, worauf ich Wert gelegt hätte, werde ich noch verzichten müssen. Na und? Es ist ja Weihnachten.

Ich verklickte mich im Plätzchenrezept und quirlte die größte, mies schmeckende Mumpfe ever zusammen (und die Küchenmaschine schaffte das alles nicht und die Küche sah aus wie Sau). Kann mich nicht nerven: selbstgebacken ist selbstgebacken. Es ist Weihnachten.

Beide Lichterketten waren kaputt (ob wohl Reptiloiden mit der Lichterkettenlobby ein kosmisches Szenario planten?? 😉 ) Juckt mich nicht : es ist Weihnachten .

Worum geht es? Alle Jahre wieder haben Menschen irgendwas Perfektes im Kopf und das Nachjagen bereitet ihnen so viel Stress, dass es nie perfekt werden kann. Ihr sollt einfach nur zusammen sein! Es ist scheißegal, ob alles supidupi läuft oder ihr etwas plant oder einfach gemeinsam den Fernseher anschaltet und Kekse knabbert. Mehr isses nich!!!

Man kennt das aus seiner Kindheit, als man stundenlang Haushalt spielte und das nicht als Arbeit empfand. Ich bin als 5 jährige nie heimgekommen und habe geächzt: Mensch, hatte ICH heute n stressigen Tag in meiner Puppenküche! Warum? Weil es mir Spaß gemacht hat. Wer sagt denn, dass man alle 3 Tage kochen muss wie Paul Bocuse? DAS ist doch nur in Eurem Kopf. Kocht, wenn es Euch Spaß macht – und wenn nicht, esst Spaghetti! Entweder, Ihr steht auf Gänsebraten auch als Tätigkeit oder NICHT. Wenn nicht, dann nicht! Besinnlichkeit ist kein Wettbewerb! Ihr könnt nur verlieren aber nie gewinnen. Klingt paradox? Isses auch!

Besinnen ist entschleunigen. Ich verzichte auf Weihnachtskarten von Leuten, die das ganze Jahr nicht an mich gedacht haben und schreibe ihnen auch keine. Isses nicht wert! Ich muss nichtmal Nachtisch haben. Ich will einfach nur zusammensein. Und was ich dafür tun kann, damit es ein toller Abend wird, das tu ich – solange es mir Spaß macht.

Frohe Weihnachten. Und damned: besinnt Euch!

Pflege und Fort-und Weiterbildung #Studium

Erich Kästner hat einmal einen sehr weisen Satz geschrieben: „Nie sollst Du soweit sinken, von dem Kakao, durch den man Dich zieht, auch noch zu trinken!“

Ich möchte Euch mit ein paar tragischen Tatsachen konfrontieren.

Ja, ich bin nach wie vor für ein fundiertes Studium und Weiterbildungen, wenn Studieren nicht geht. Warum? Ich selber widerspreche gerne. Nicht, weil ich etwas per se blöde finde, sondern, weil ich Argumente habe. Manchmal reichen sie, manchmal nicht. Das ist Diskurs. Reichen sie nicht, muss ich mich begnügen. Folgen, einfach, weil man es macht, das muss ich nicht mehr. Ich lese alles kritisch: Blogs, Witze, Bücher, Studien. Habt Ihr gewusst, dass nur 18% aller Pflegenden sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind? Nach Studie. Kann mir wer erklären, weshalb das weniger Prozent sind, als die Durchschnittsfrau? Kommt mir unseriös vor.

Unseriös kommt mir auch etwas vor, was sich Studium im Pflegebereich nennt. Eine gute Freundin von mir hatte angefangen, zu studieren. Sie zahlte kräftig für das FH-Studium. 480 Euro im Monat. Das ist eine Monatsmiete… naja, ne Halbe. Nach dem ersten Modul rief sie an. Wie man eigentlich eine Arbeit gliedert. Wie ein Style-Sheed geht? Für 480 Euro erwarte ich, dass man ihr das erklärt. Programme gab es nicht vom Bildungsträger. Aber Küchendienst, den die Studierenden zu leisten hatten. Ich selber habe noch keinen Bildungsträger gesehen, bei dem der Kunde der Putzende ist. Nicht, dass ich nicht meine Kaffeetasse abspülen würde. Aber bitte  das schlägt dem Fass doch den Boden aus. In den Stunden mussten sie in den Bibliotheken „so Bücher suchen“.

Hört bitte auf, Euch verarschen zu lassen. Meiner Meinung nach, haben viele Menschen entdeckt, dass man den B.A. (FH) Schein mit einer Gelddruckanlage kombinieren kann. Klar, man möchte, wenn man kann, sich bilden. Klar hört sich das gut an: ich habe Pflege studiert. Aber wenn Du danach nicht akademisch arbeiten kannst, und Dein teuer bezahlter Schein für die Katz ist, hast Du pro Jahr 5769€ für die Katz gezahlt.

Ich weiß, dass es Dissertationen mit 60 Seiten gibt. Stop kidding me! Ein Titel ist eine ehrenvolle Angelegenheit. Wie viel Wissen kann neu sein auf 60 Seiten?

Studieren soll Dich nicht an den Rand des Wahnsinns bringen. Es soll etwas mit Dir anstellen, was Dich befähigt, komplexe Fragen zu lösen. Kaffeetassen spülen und die Küche des Chefs putzen – das gehört nicht dazu. Sicher, es scheint den Weg wert, einfach still zu schweigen und mitzumachen. Dann hat man n BA. Wenn aber Dein Studium daraus besteht, still zu schweigen und mitzumachen, dann war es kein Studium. Das hättest Du auch ohne 16.000 Euro haben können.

Nicht viel anders bei den 1000 Stunden-WB. Ich habe in seeeeehr vielen Stunden gehört, wie man in Österreich kocht und was die Gattin macht. Wir wissen alle, was so ein Schein kostet. So viel, wie ein Studium.

Es wäre ziemlich schick, wenn Ihr kritisch hinterfragt, was Ihr für das Geld geboten bekommt. Ein Schein, der Euch nicht befähigt, ist nichts wert. Dann könnt Ihr Euch doch auch auf Arbeit verarschen lassen – und bekommt noch Geld dafür.

Einige Kriterien:

  • Arbeitsmaterial wird zur Verfügung gestellt (Texte, Programme, Datenbanken und ihre Zugänge
  • Ohne Vorbereitung in eine Stunde? Da stimmt was nicht.
  • Ohne Nachbereitung aus einer Stunde? Da stimmt was nicht.
  • Es gibt kein Curriculum? Da  stimmt was nicht.

Es gibt keine Infos zu Voraussteuer? Da stimmt was nicht

Vielleicht ist das Erkennen, veräppelt zu werden, auch eine Form von Studium. Sie kostet Geld und Mühe. Lasst nicht zu, dass sich andere an Eurem Wunsch, Euch zu bilden, knallhart bereichern.

In Würde altern -meine Fresse.

Ajda Pekkan, ein superschöner türkischer, weiblicher Popstar, bewegt das Netz. Sie sieht aus wie kurz über 30. Und sie zieht sich auch so an. Sie ist über 70. Und nach ihrer Aussage ist Döner ihr Geheimrezept. Es ist dabei ziemlich offensichtlich, dass Botox ihr Geheimrezept ist. Das Netz flippt aus.

DAS geht nicht! Man soll in Würde altern! Man „darf“ das nicht.

Manchmal glaube ich, recht viele Leute haben ein ordentliches Ding an der Marmel und ich meine sicher nicht Ajda Pekkan. Ihr kauft Antifaltencreme und geht zum Sport und zum Wellness, um möglichst lange jung zu bleiben. Auf einschlägigen Seiten tummeln sich 20 jährige, die sich ihre Brust vergrößern lassen und regelmäßig aufgespritzte Lippen sind völlig normal. Wem das zu viel ist, kauft Hyaluromasken. Aber WIRKEN darf das alles nicht, ja?

Was wollte ihr eigentlich? Mit dem Alter auseinandersetzen – das wollte ihr nicht, In Würde. Was genau soll das bedeuten? Es ist, verdammt nochmal, meine Fresse und ich persönlich Botoxe und Hyalurone sie, soviel ich will und es geht jeden anderen einen feuchten Kehricht an. Ihr habt doch gar keine Lust, Euch um Alte und hilflose Menschen zu kümmern. Seit Jahren klagt Pflege an, dass die Menschen in den Altenheimen unterversorgt sind. Und nun kommen da Leute an, die meinen, in Würde altern sei irgendwie auszusehen, wie ein vergammelter Pfirsich und hilflos und unterversorgt im Bett rumzuliegen. Ich persönlich finde es würdevoller, sich selbst zu ertragen, damit umzugehen und sich eine Packung Hya in die Lippen boosten zu lassen, als das, was Eure Generation mit Alten macht. Ist man nämlich ersichtlich alt, ist man in dieser Gesellschaft verloren. Wer also will es wem verdenken, wenn er das für sich nicht akzeptiert.

Der Rentner ist nicht euer Feind. Die Rentner dieser Generation, die gerade in Rente geht, hat so ziemlich die Generationenarschkarte abbekommen. Keine Brillen und Zähne mehr von der Kasse ohne saftige Zuzahlung, Wende mit all ihren Problemen, Arbeitslosigkeit, noch immer keine Emanzipation, KiTa-Unterversorgung und hingeschmissene Karrieren von Frauen zwischen Job und Kindern…die Liste ist endlos.

Also haltet den Sabbel, wenn eine Frau mit Hilfe der PC (=plastischen Chirurgen) macht, was man machen kann. Es ist ihre verdammte Freiheit, mit ihrem Gesicht, mit ihrem Hintern und ihrem Körper zu machen, was sie will. Es ist zu lächerlich, Wusstet ihr, dass geschminkte Frauen noch immer als minderintellektuell gelten? Wisst Ihr, was das für mich bedeutet, jeden Tag den abgefuckten Grat zwischen Makeup und Nomakeup (wisst Ihr, wie lange man sich für nomakeup schminkt????) gehen, damit nur erreicht ist, dass man meine Intelligenz sieht, ich aber nicht ungepflegt aussehe?? DAS ist KRANK!

So lange dauert es;

Ihr wollt, dass Menschen in Würde altern? Dann kümmert Euch gefälligst um die SItuation in Pflegeheimen. Es mag Euch lange hin vorkommen – aber dann jault nicht, wenn die Heime teuer sind und ihr dann unterversorgt seid. Ihr könnt Euch Bebebliblablubb-Creme auf die Fresse schmieren, soviel ihr wollt. Irgendwann passiert es. Was dann von Eurer Würde übrig ist, ist lächerlich. Und ein  Schluck Botox wird daran nichts ändern und das geht niemanden etwas an. Ob aber gebotoxte oder nicht gebotoxte Menschen in ihren Ekrementen liegen – DAS geht Euch was an!!

Global blogging

Die Leser aus den USA, Thailand und aus den VAE könnten ruhig mal das Rezept für eine Barbecue-Soße dalassen …

The readers from the USA, Thailand and UAE are kindly requestet to leave the recipe of their Barbecue-Topping down in the comments…

Liebe Franzosen: foie gras mit Zwiebelmarmelade kenn ich schon

*staunt über die Zugriffslisten*

Dafür hier ein Backtipp:

Backtipp: Katze nehmen, Zunge in Gips drücken, aushärten lassen, Katze entfernen. Keksteig rein: katzenzungen. But: beware of Tierschützer😎

Umziehen 

Umziehen ist ja ein völlig unnatürlicher Zustand. Es gibt da einen Punkt, da biste mit dem Packen soweit, dass die ursprüngliche Wohnung unbewohnbar ist – und die neue Wohnung noch nicht bewohnbar ist. Ich kann das absolut nicht leiden. Ich finde unorganisiert sein, Dinge, die nicht an ihrem Platz sind und das Hin-und Herhoppeln blöd.

Aber:das erste Mal seit fast 30 Jahren darf ich ein eigenes Zimmer haben. Es ist sehr aufregend. Für mich (zum Arbeiten) ganz allein. <3. Gestern kamen die Möbel zum Zimmer und der Möbelbauer wollte den Schreibtisch ganz anders stellen als ich. „Dann können Sie doch aus dem Fenster schauen!“ Als wenn ich beim Arbeiten aus dem Fenster schauen würde. Das einzige Fenster ist mein Bildschirm, auf das ich es mir leisten kann, zu schauen. Ich habe mir zum Schreibtisch jede Menge Gedanken gemacht und er steht völlig frei im Raum. Dann kann ich notfalls um den Tisch laufen. Laufen überhaupt beim Denken ist gut, denn es räumt den präfrontalen Cortex auf. Laufen sortiert tatsächlich Gedanken. In sofern war das Gerenne um den Tisch vor ein paar Tagen gar keine blöde Idee, sondern sinnvoll. Langsam aber sicher macht auch meine Schulter schlapp. Das ewige Gesitze ist überhaupt nicht gesund und all meine guten Vorsätze, doch endlich was für meinen Halteapparat zu tun, haben sich nicht erfüllt.


Eine Lösung musste her. Und sie kam in Form einer mittelalterlichen Idee. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines uralten Schreibpultes. Es war ganz allein beim Trödler. Oben kann man noch die Öffnung sehen, in der das Tintenfass früher steckte. Es muss ein ziemlich großer Mensch gewesen sein, der daran gearbeitet hat. Niemand wollte das gute Möbel haben. Man kann Bücher drauf legen und dann im Stehen lesen, ein wenig mit dem Hintern hummeln, und den Rücken strecken. Man kann sogar seine Füße drauf abstellen. Ich hoffe sehr, dass das was wird. Auch um den Standort gab es Debatten. Ich mag nicht, wenn irgendwas hinter mir steht, weil ich auch mit dem Stuhl am Tisch andauernd hin-und herrutsche. Um nicht abgelenkt zu werden, habe ich es so gestellt, dass ich nur ein klitzekleines bisschen aus dem Fenster gucken kann. Ich verstehe gar nicht, dass wir unseren Kindern Lesen nicht auch im Stehen beibringen. Maler malen ja auch im Stehen und arbeiten an einer Staffel. Mal schauen, wie effektiv das Ganze wird und wie sehr meine Schultern davon profitieren.

 

Liebe „Notaufnahmeschwester“-Leser – und meine natürlich…

Also vor ein paar Tagen habe ich einen Blog über #metoo und Pflege geschrieben. Und die Notaufnahmeschwester war so nett, ihn zu teilen. Normalerweise passiert dann folgendes: die Zahlen gehen für ein paar Stunden Skyhigh und dann ist wieder gut. Ein Blog halt – nichts weltbewegendes. Diesmal war das anders – und das war nicht allein mein Blog – sondern  IHR.

Viele von Euch haben bei der Notaufnahmeschwester kommentiert und erzählt, was passiert ist. Mich hat das sehr bewegt. Nicht nur mich, sondern auch gleich das ZDF und heute den „Stern“. Da biste dann in einer Zwickmühle. Normalerweise schreib ich. Es gibt ein paar verwaschene Profilfotos von mir. Aber ausgerechnet in eine Skype-Kamera für ZDF online? Da war ich skeptisch. Dann aber dachte ich mir: so, Mädel, das kannste nicht machen, jetzt kneifen. Du gehst jetzt und erzählst, was Du weisst. Ja, sie werden einen Bericht draus machen. Ja, dort werden widerliche frauenfeindliche Kommentare sein. Scheiss drauf! Also, tat ich es. Was hab ich berichtet?

Ich erzählte, dass Pflege ausgebeutet wird. Ihr schiebt Millionen Überstunden. Das ist ein Kredit an eure Arbeitgeber. Ihr werdet monetär ausgebeutet. Man redet Euch ein, dass ihr das machen sollt wegen der Kollegen und Patienten – ihr werdet emotional ausgebeutet. Es kann nicht sein, dass die Schere zwischen „sexuell belästigt“ von Karrierefrauen anders ist als unser „sexuell belästigt“. Es gehört erzählt, es gehört sich empört, es gehört was geändert!

Was würden Sie den Leuten raten, die jetzt jung sind, wie sie sich davor wehren können? fragte der Mann…. ich sagte: „Gehen Sie nicht in diesen Beruf! Es ist eine Lüge. Sie haben nie mehr Zugriff auf ihre eigenen Bedürfnisse, nach frei, nach Anerkennung, nach Respekt! Eine Gesellschaft lernt nur aus Schmerz. Erst, wenn die Kliniken leer sind, werden sie was ändern.“ Und ja, das ist meine Haltung. Ich habe einen geilen Beruf nach Krohwinkel gelernt – aber ich dürfte ihn SO nie machen. Keine Zeit, kein Personal.

Es gehört Mut dazu, zu erzählen, dass der Pflegedir Deine Slips kontrollierte. Es gehört aber noch mehr Mut dazu, all die anderen Geschichten zu erzählen, die so gemein waren. Mit Deinem Namen. Notfalls mit Deinem Foto. Schlimmstenfalls mit ungeheurem Tamtam. Und wisst Ihr was? Die Kollegen, von denen ich berichtete, die haben sich getraut! Einfach so, weil ich anrief. Das ist Vertrauen. Ich bin unheimlich stolz auf sie, auf Euch und das dieser kleine WP_Blog zusammen mit Noti´s Blog etwas bewirken konnte. Klar, wie können die Welt jetzt nicht sofort ändern. Aber wir waren laut, wir waren erfolgreich. Man hört uns nun. Man hört EUCH nun. Missstände aufdecken ist wichtig.

Ich habe keine Ahnung, was die Leute in der Presse jetzt daraus machen. Ist mir auch egal. Wir, als FRAUEN, wurden gehört. Mehr kann man erstmal nicht wollen. Ich bin sehr dafür, dass die Öffentlichkeit merkt, dass es uns Krankenschwestern gibt und dass wir Rechte haben und sie durchsetzen werden. Ich bin sehr dafür, dass ihr wisst: man geht nie so ganz. Ich mag „weg“ sein, aber ich tue von diesem Ort des „wegs“ mein Möglichstes.

Nietzsche sagte: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können!“ Ihr hattet Chaos in Euch! Der „Stern“ tanzt nun…

Habt einen wunderschönen Abend! Haltet zusammen!!

Eure Monja

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