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monjaschuenemann

Global blogging

Die Leser aus den USA, Thailand und aus den VAE könnten ruhig mal das Rezept für eine Barbecue-Soße dalassen …

The readers from the USA, Thailand and UAE are kindly requestet to leave the recipe of their Barbecue-Topping down in the comments…

Liebe Franzosen: foie gras mit Zwiebelmarmelade kenn ich schon

*staunt über die Zugriffslisten*

Dafür hier ein Backtipp:

Backtipp: Katze nehmen, Zunge in Gips drücken, aushärten lassen, Katze entfernen. Keksteig rein: katzenzungen. But: beware of Tierschützer😎

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Umziehen 

Umziehen ist ja ein völlig unnatürlicher Zustand. Es gibt da einen Punkt, da biste mit dem Packen soweit, dass die ursprüngliche Wohnung unbewohnbar ist – und die neue Wohnung noch nicht bewohnbar ist. Ich kann das absolut nicht leiden. Ich finde unorganisiert sein, Dinge, die nicht an ihrem Platz sind und das Hin-und Herhoppeln blöd.

Aber:das erste Mal seit fast 30 Jahren darf ich ein eigenes Zimmer haben. Es ist sehr aufregend. Für mich (zum Arbeiten) ganz allein. <3. Gestern kamen die Möbel zum Zimmer und der Möbelbauer wollte den Schreibtisch ganz anders stellen als ich. „Dann können Sie doch aus dem Fenster schauen!“ Als wenn ich beim Arbeiten aus dem Fenster schauen würde. Das einzige Fenster ist mein Bildschirm, auf das ich es mir leisten kann, zu schauen. Ich habe mir zum Schreibtisch jede Menge Gedanken gemacht und er steht völlig frei im Raum. Dann kann ich notfalls um den Tisch laufen. Laufen überhaupt beim Denken ist gut, denn es räumt den präfrontalen Cortex auf. Laufen sortiert tatsächlich Gedanken. In sofern war das Gerenne um den Tisch vor ein paar Tagen gar keine blöde Idee, sondern sinnvoll. Langsam aber sicher macht auch meine Schulter schlapp. Das ewige Gesitze ist überhaupt nicht gesund und all meine guten Vorsätze, doch endlich was für meinen Halteapparat zu tun, haben sich nicht erfüllt.


Eine Lösung musste her. Und sie kam in Form einer mittelalterlichen Idee. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines uralten Schreibpultes. Es war ganz allein beim Trödler. Oben kann man noch die Öffnung sehen, in der das Tintenfass früher steckte. Es muss ein ziemlich großer Mensch gewesen sein, der daran gearbeitet hat. Niemand wollte das gute Möbel haben. Man kann Bücher drauf legen und dann im Stehen lesen, ein wenig mit dem Hintern hummeln, und den Rücken strecken. Man kann sogar seine Füße drauf abstellen. Ich hoffe sehr, dass das was wird. Auch um den Standort gab es Debatten. Ich mag nicht, wenn irgendwas hinter mir steht, weil ich auch mit dem Stuhl am Tisch andauernd hin-und herrutsche. Um nicht abgelenkt zu werden, habe ich es so gestellt, dass ich nur ein klitzekleines bisschen aus dem Fenster gucken kann. Ich verstehe gar nicht, dass wir unseren Kindern Lesen nicht auch im Stehen beibringen. Maler malen ja auch im Stehen und arbeiten an einer Staffel. Mal schauen, wie effektiv das Ganze wird und wie sehr meine Schultern davon profitieren.

 

Liebe „Notaufnahmeschwester“-Leser – und meine natürlich…

Also vor ein paar Tagen habe ich einen Blog über #metoo und Pflege geschrieben. Und die Notaufnahmeschwester war so nett, ihn zu teilen. Normalerweise passiert dann folgendes: die Zahlen gehen für ein paar Stunden Skyhigh und dann ist wieder gut. Ein Blog halt – nichts weltbewegendes. Diesmal war das anders – und das war nicht allein mein Blog – sondern  IHR.

Viele von Euch haben bei der Notaufnahmeschwester kommentiert und erzählt, was passiert ist. Mich hat das sehr bewegt. Nicht nur mich, sondern auch gleich das ZDF und heute den „Stern“. Da biste dann in einer Zwickmühle. Normalerweise schreib ich. Es gibt ein paar verwaschene Profilfotos von mir. Aber ausgerechnet in eine Skype-Kamera für ZDF online? Da war ich skeptisch. Dann aber dachte ich mir: so, Mädel, das kannste nicht machen, jetzt kneifen. Du gehst jetzt und erzählst, was Du weisst. Ja, sie werden einen Bericht draus machen. Ja, dort werden widerliche frauenfeindliche Kommentare sein. Scheiss drauf! Also, tat ich es. Was hab ich berichtet?

Ich erzählte, dass Pflege ausgebeutet wird. Ihr schiebt Millionen Überstunden. Das ist ein Kredit an eure Arbeitgeber. Ihr werdet monetär ausgebeutet. Man redet Euch ein, dass ihr das machen sollt wegen der Kollegen und Patienten – ihr werdet emotional ausgebeutet. Es kann nicht sein, dass die Schere zwischen „sexuell belästigt“ von Karrierefrauen anders ist als unser „sexuell belästigt“. Es gehört erzählt, es gehört sich empört, es gehört was geändert!

Was würden Sie den Leuten raten, die jetzt jung sind, wie sie sich davor wehren können? fragte der Mann…. ich sagte: „Gehen Sie nicht in diesen Beruf! Es ist eine Lüge. Sie haben nie mehr Zugriff auf ihre eigenen Bedürfnisse, nach frei, nach Anerkennung, nach Respekt! Eine Gesellschaft lernt nur aus Schmerz. Erst, wenn die Kliniken leer sind, werden sie was ändern.“ Und ja, das ist meine Haltung. Ich habe einen geilen Beruf nach Krohwinkel gelernt – aber ich dürfte ihn SO nie machen. Keine Zeit, kein Personal.

Es gehört Mut dazu, zu erzählen, dass der Pflegedir Deine Slips kontrollierte. Es gehört aber noch mehr Mut dazu, all die anderen Geschichten zu erzählen, die so gemein waren. Mit Deinem Namen. Notfalls mit Deinem Foto. Schlimmstenfalls mit ungeheurem Tamtam. Und wisst Ihr was? Die Kollegen, von denen ich berichtete, die haben sich getraut! Einfach so, weil ich anrief. Das ist Vertrauen. Ich bin unheimlich stolz auf sie, auf Euch und das dieser kleine WP_Blog zusammen mit Noti´s Blog etwas bewirken konnte. Klar, wie können die Welt jetzt nicht sofort ändern. Aber wir waren laut, wir waren erfolgreich. Man hört uns nun. Man hört EUCH nun. Missstände aufdecken ist wichtig.

Ich habe keine Ahnung, was die Leute in der Presse jetzt daraus machen. Ist mir auch egal. Wir, als FRAUEN, wurden gehört. Mehr kann man erstmal nicht wollen. Ich bin sehr dafür, dass die Öffentlichkeit merkt, dass es uns Krankenschwestern gibt und dass wir Rechte haben und sie durchsetzen werden. Ich bin sehr dafür, dass ihr wisst: man geht nie so ganz. Ich mag „weg“ sein, aber ich tue von diesem Ort des „wegs“ mein Möglichstes.

Nietzsche sagte: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können!“ Ihr hattet Chaos in Euch! Der „Stern“ tanzt nun…

Habt einen wunderschönen Abend! Haltet zusammen!!

Eure Monja

Mit dem Nichts reden – was TU ich hier eigentlich?Mein Master macht mich irre.

Kennt Ihr Phasen im Leben, in denen Ihr anfangt, mit Euch selber, Gegenständen oder dem Nichts zu reden? Bei mir ist es soweit und damit bin ich definitiv nicht mehr auf der vollständig gesunden Seite des Lebens. Ich habe geackert wie eine Blöde. Ich meine – das sagt doch schon alles.

Ich bin Nobelpreisträgern auf die Nüsse gegangen, habe Sternbilder simuliert, ich habe Latein übersetzt. Ich habe bislang alleine dazu 70 Bücher gelesen. Ich bin auf einem Römischen Berg rumgekrochen – in der Hitze. Ich habe mir verregneten Boden angeschaut, abgeklopft und mich draufgesetzt, um zu testen, wie hart römischer Boden auf römischen Bergen ist. Ich arbeite zu Typhus im Mittelalter. Dabei habe ich mir eine veritable Lebensmittelvergiftung auf dem Berg in Rom eingefangen und kam mir vor, wie ein Reenactor. Esst da bloß nie Semifreddo. Ich habe mich mit Touristen im Vatikanischen Museum angelegt, um ein Bild zu machen. Ich habe gefühlte Millionen philosophische Texte gelesen und mich mit meinem Mann über den Universalienstreit in der Küche angeschrien. DOCH! DAS SIND REALIEN FÜR IHN! DAS STEEEEHT DA DOOOCH!!!! Bis wir beide mit dem Kopf an der Wand standen und nicht mehr konnten. Kein Problem.

Gestern habe ich mir dann eine Zeichnung vom Gedicht gemacht und bin damit wie benebelt (Typhus! It´s a Wortwitz) durch das Wohnzimmer gesockt. WAS MACHST DU DENN DA NUR? WARUM MACHST DU DAS NUR? REDE MIT MIR!!!  Der Autor kann nicht mit mir reden. Er ist schon 1000 Jahre mausetot. Ich bin kein Esoteriker. Es war pure Verzweiflung. Ich musste an Comiczeichnungen aus Micky Mouse denken, wo der Boden beim Nachdenken dann so Laufstraßen hat, weil sie immer im Kreis socken. Aber aufhalten konnte ich mich auch nicht. Ich dachte auch: es ist soweit. Diese Arbeit hat Dich in den Wahnsinn getrieben. Und: hoffentlich sieht das keiner. Immerhin kam dann die Erleuchtung. Am Ende war es phantastisch und einfach und genial.

Das Problem: wenn Du Fachidiot wirst, dann kannst Du mit keinem reden. Es macht keinen Sinn. Die verstehen Dich nicht. Das war schon in der Intensivpflege so. Ich würde gerne mal wissen, wie viele Leute dort auch mit ihrer Evita reden. Ich jedenfalls hab das dann und wann gemacht. *Alarm* „Nee, hör auf zu spinnen. Ich hol gleich den Medizintechniker und dann landest Du auf dem verdammten Müll und bist ganz allein!“ Meistens hat sie gehört. Ich rede im Winter auch mit meinem Auto. „Spring an, ey. Das sind keine minus 10 Grad!“ obwohl ich gar kein Fachmann für Autos bin.

Weil ich also mit keinem über die wesentlichen Dinge reden kann, bin ich in Klausur. Ich will niemanden sehen oder hören. Na gut, Familie und sehr enge Menschen sind weiter zugelassen. Alle 14 Tage habe ich mir Ausgang gegönnt. Der Rest folgt einem strikten, unbarmherzigen Zeitplan. Ich hoffe, Mitte Februar wieder in der echten Welt zu sein. Bis dahin renne ich weiter um den Tisch…..

Protipp: solltet Ihr je eine Masterarbeit anstreben, versorgt Euch von vornherein mit Gummibären und Musik. Die Zeit, die Ihr verbrennt, wenn Ihr erst neue Kopfhörer kaufen fahren müsst oder Nachschub an Haribos… die ist es nicht wert. 7-12 kg sollten genügen – pro Woche.

Kinder mit Essen vollstopfen – und anderes Kopfkino

Als ich erwachsen war – so zwischen 14 und 19 😉 – fingen meine Großeltern ein irres Ritual an: wenn ich bei ihnen war, stopften sie mich mit Essen voll. Die Zeitabstände zwischen „Mittach“ und „Kuchen“ waren dermaßen eng, dass selbst eine Kuh mit ihren Mägen wiederkäuend zusammengebrochen wäre. Schmeckts Dir nicht? Hast Du noch HUNGER! (Goaaad, neiiiin, ich habe keinen Hunger!!) – Grund? Damit Du mal was RICHTIGES isst! Die hartnäckige Behauptung, ich könne nicht kochen, hat in diesem Wahnsinn ihren Ursprung. (Du kochst doch nur mit Knurr!)

Der Kleinste ist ausgezogen. Der Kleinste ist der Größte. 1,90 und ein bisschen. Und im Kalender stand, er käme am Wochenende nach Hause. In mir tobte ein verblüffendes Kopfkino, das jede Mama kennt. Früher, wenn ich die lieben in der Kita abgab, wo sie weinten und tobten (aaaaw :-O ), verfolgte mich das Bild des Unglücks den ganzen Tag. Ich fuhr mit 100 Sachen so schnell es ging zurück zur Kita, um zu retten, was zu retten war – wenn sie nur aufhören würden, zu weinen. Da saßen sie dann, kicherten und lachten und hatten den Groll vergessen. Hmpf.

Mein Kopfkino sieht also einen jungen Mann, der sich aus dem gerade geparkten Auto fallen lässt. Mit langsamen Bewegungen kriecht er die 3 Meter zur Haustür und röchelt: „Was zu Esseeeeen!“, bevor er halb verhungert zusammenbricht. *klapp* Dem muss begegnet werden. Ich rase mit 100 Sachen zum Fleischer und höre mich sagen: „5 Rouladen, 4 Ochsenbäckchen, 2 kg Schweinenacken, 1 kg Hack!“.. Es klingt wie „Rea!“. Daheim verbrate und verschmore ich das ganze Zeug in Rotwein, raspel Käse und schnitze Lauch, um wenigstens noch eine Notration Käse-Lauch-Suppe und Chilli im Tiefkühler wegzusperren. Die Zeit drängt. Schnell noch einen Liter Schokopudding.

Als es klingelt, bin ich froh, noch die Zeit zu haben, um das Zeug auf einen Teller zu geben. Gottlob kann der Junge noch stehen! Vor Hunger! Hast Du Hunger?, frag ich. Goaad, neeee, ich hab keinen Hunger, sagt er. Sicher schmerzt sein Magen vor Appetit so, dass er sich gar nicht traut, es zu sagen. Ich beginne die kindliche Magenbefüllung und beende sie mit einem ordentlichen Klecks Schokopudding, in den ich natürlich Sahne eingearbeitet habe. Hah! Wer soll das denn  alles essen? stöhnt er. Na, er. Er kann doch gar nicht kochen.. also, so richtig. Ich befülle nach dem Wochenende Tüten und Plastikdosen und sichere mit dem ganzen Zeug ihm und seiner Freundin 2-3 Tage das Überleben. Er sagt zwar, das sei für mindestens 2 Wochen, aber da irrt er sich.

Ich gebe zu, es war anstrengend, das ganze Wochenende zu kochen. Aber erstmal ist es ja geschafft. Er sagt, das soll ich niemals wieder tun, weil es einfach zu viel sei. Finde ich nicht. Ich frage auch das große, aber eigentlich kleinere Töchterchen, ob sie Ochsenbäckchen braucht. Neeeee……

Aus der Arbeitspause bekomme ich ein Bild auf Whatsapp geschickt. Es gäbe jetzt Essen. Da ist son Nudelplastikzeug in nem Becher. Ich sehe Folgendes: Das schlanke, schöne Töchterchen nach dem Heben und Mobilisieren ihrer ITS-Patienten, wie sie röchelnd mit dem Nudelbecher den Gang entlangtorkelt: So ungefähr:

Und dabei röchelt: WAS ZU ESSEEEEEEEEN……

Ja, hätte sie mal die Ochsenbäckchen… arbeitende Kinder haben den Nachteil, dass man sie nicht sofort mit gekochter Liebe vollstopfen kann. Wir machen einen Termin zum Essengehen aus. Hoffentlich hält sie bis dahin durch…..Ansonsten müsste ich ihr Gefrorenes zur Arbeit bringen…. das gilt als peinlich.

Irgendwo auf dem Sideboard sehe ich meine Großeltern auf dem Bild lachen…. „Vergiss nicht, ein Yes-Torty dazwischenzumogeln!“ scheint meine Oma zu sagen. Es gibt, glaube ich, keine Yes-Torties mehr…. gute Güte..ich muss schnell backen!!

#metoo. Krankenschwestern und sexistische Kackscheisse!

Staatssekretärin Chebli fühlt sich sexistisch belästigt. Jemand nannte sie „jung und schön“. Ich möchte das nicht bewerten. Weil? Weil ich weiß, dass diejenigen, die sich oft mit Genderperspektiven auseiandersetzen und diejenigen, die das nicht tun, oft nicht verstehen. Der Durchdringungsgrad ist nicht sehr hoch. Gleichwohl, sie fühlt sich sexistisch belästigt – wer bin ich, dass ich ihre Gefühle in Frage stelle. Unter dem Hashtag #metoo berichten nun Tausende von sexistischen Vorfällen. Mediale Aufmerksamkeit. Ich erwartete ein Statement des DBFK, der Pflegeverbände, der Kammer….. nada.

Dann also ich.

In den 20ern musste man melden, wenn man sexistisch belästigt worden war. Dann bekam man richtig Ärger. Man hatte dem Patienten wohl Anlass gegeben. Damit war man Prostituierten gleichgestellt. Nix mit Schutz – nur mit Schuld. Ich habe dazu sogar gearbeitet. #metoo bevor #metoo. http://www.geschichte-der-pflege.info/archiv/aktuelle-ausgabe/108-ihr-herz-ist-ihr-tarifvertrag-gewesen-kirchliche-personalpolitik-fuer-krankenschwestern-1920-1930-in-der-zeitschrift-krankendienst und war total empört.

2000. In einer neuen, großen berliner Klinik wird angewiesen, dass man nur weiße Unterwäsche tragen darf. Ein riesiger Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Vorgeschoben wird „Schutz“ – das soll ja nicht jeder sehen. Gab es neue, weniger durchsichtige Dienstwäsche? Nein. Schuld hatte, wessen Schlüpper man sah. #metoo! Das wurde von der Pflegedirektion kontrolliert! Beim Bücken! 360 andere too! Und NIEMAND hat was gemeldet!

Unzählig die Male, in denen Patienten mir, statt an die Hüfte, an den Hintern griffen, als sei mein Arsch Teil des Bettgitters und somit der Klinikausstattung. Keine Entschuldigung. #metoo

Ungezählt auch die Frage “ wo denn die langbeinige/blonde/mit den großen Brüsten (das war NIE ich) sei?“ #meandtheytoo

Auch ungezählt, die Klapse auf den Po. Ebenso ungezählt, wenn man sich beschwerte: das ist doch sonst ein netter Mann, das können sie doch nicht machen. Dafür durften sie uns ihre Penisse zeigen, fragen, ob der groß genug sei…. ‚#theytoo.

Ambulanter Bereich. Ein alter Mann lässt täglich eine Schwester kommen – aber eine junge!. Auf die Frage, was sie beim Waschen helfen soll, bekommt sie zur Antwort: den Penis waschen, aber nicht so grob. Schön vorsichtig. Sie rechnete mit Hilfe beim Waschen des Rückens, der Füße. An seine Genitalien kommt er gut heran. Auch motorisch kein Problem. Warum?, fragt sie? Weil ich das zahle! Sagt er. Schön bücken, Schwesterlein. Sie beschwert sich. Es passiert, was passieren muss – sie wird gekündigt. Der Kunde ist König, auch, wenn er nur 7,50,- von der Allgemeinheit zahlen lässt. Was ich dazu sage? Pflegeversicherungsmissbrauchender alter, widerlicher Drecksack. Und alle schauen zu. #shetoo

Die Bundestagswahl ist vorbei. Vergessen sind Sätze vom schweren Beruf Pflege. Auch Sandro Pe rappt nicht zu #metoo. Mutmaßung: eine alte Frau, die männlichen Pflegern an den Hintern greift, gilt postklimakterisch als erloschen. Es gibt kein Problembewusstsein. Die Erziehung des Duldens ist nach wie vor so ausgereift, dass niemand muckt.Niemand berichtet. Gewalt in der Pflege ist immer Gewalt gegen zu Pflegende. Alles andere ist unvorstellbar. Wisst Ihr was?

MENOT! Oder besser: #notwithmefreunde

Der übelste Teil daran ist, dass aktuelle Ereignisse von Pflege losgelöst sind. Niemand bloggt, niemand berichtet, niemand fühlt mit, dass es doch nicht sein kann, dass „jung und schön“ medial Sexismus ist, aber dass Dein „Schutzbefohlener“ Dich behandeln darf, wie vor 100 Jahren. Weil er Kunde ist…. merkste was?

Studieren? Warum arbeiten die denn nicht?

Habe ich heute tatsächlich auf FB gelesen: „Die wollen ja heute alle nicht mehr arbeiten – die studieren ja nur noch!“ Man hätte mir auch ne Ampulle Arterenol spritzen können. Pur. I.A. Gucken wir mal ein paar Monate in die Zukunft, ja?

Am Dienstag war in die Uni kein Reinkommen und meine männlich, breiten, jungen Studis zogen mich an den Rand, damit wir nicht von einer Menschentraube über die Brücke gedrückt würden.  Tag der Erstivorlesung. Menschenmassen. Der Buschfunk spricht von 600 zugelassenen Erstsemestern alleine an unserer Fakultät. Andere Quellen von 400. Da aber nur 300 in den Saal gehen, ist es eigentlich egal, wie man „zu viele“ beziffert. Gehen wir vom worst case 600 aus. 540 Namen müssen wir uns auf Dauer gar nicht merken. Es stehen nämlich nur 60 Masterplätze zur Verfügung. Das bekommen sie in den nächsten Tagen irgendwie mit. Wir haben es auch mitbekommen. Was das heißt? Im Zweifelsfall wird nach Note sortiert. Es ist die Rede von MINDESTENS 1,5 im Schnitt. Und wie Du die hältst, ist Dein Problem. Du gehörst zu den besten 10% oder aus die Maus. Hast Du bis dahin eine 2 noch für ne gute Sache gehalten, verschiebt sich alles dahingehend, dass eine 1 vor dem Komma Deine Pflicht ist. Der Spaß beginnt hinter dem Komma. Für eine 1,3 darf mal eine Frage offen bleiben, oder der Text ist nicht so, wie ihn der Prüfer gerne gelesen HÄTTE. Oder Du hast die Leerzeichentaste vor dem Punkt genutzt. Ciao! Das ist Arbeit. Deine Gedanken müssen die ganze Zeit neu, innovativ und wenigstens ein bisschen bahnbrechend sein. Immer schön die Note im Auge haben. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der bei Anschreien und Druck besonders kreativ wurde. Das zu leisten, ist Arbeit.

Apropos Arbeit. Ich kenne keinen, der nicht daneben noch für Geld arbeiten würde. Und dann beginnt die Praktikumszeit. Praktikum = Arbeit gegen ohne Geld. Wenn Du weißt, was Du willst, dann darfst Du schon jetzt die Bedingungen erfüllen. So vermissen wir schmerzlich seit 5 Monaten einen von uns – er sitzt in Singapur und verballert sein Erspartes für den Job, den er dort entgeltlos machen muss, damit er später eine Möglichkeit hat, die 6 Monate Ausland nachzuweisen. Während also die Auszubildenden nach 40 Stunden auch mal Ruhe haben, geht der Spaß erst richtig los.

Master: Glückwunsch! Du gehörst zu den 10% und KÖNNTEST Dich jetzt zurücklehnen. Wäre da nicht die Promotionsordnung. Die schreibt einen MINDESTSCHNITT von 2,0 vor. Ab jetzt schreibst Du jedes Semester eine Arbeit, so groß wie Deinen ersten Abschluss. Da haben wir aber noch nicht über Sprachen geredet. Ich kann jetzt 5. Aber es reicht noch nicht. Französisch darf es schon noch sein. Nicht reden, ach wo, nur fachartikeltauglich lesen. 6 Monate sollten reichen. Du gehst drauf ein. Was bleibt auch übrig, in einer globalen Welt?

Was da an Dir vorbeihuscht, ist das Leben. Wir älteren Studis haben da ja noch einen Job, Familie und Verpflichtungen. Wenn ich meine Bekannte sehen möchte, dann schaffen wir es einmal im Semester auf ein Pläuschchen. Heute hatten wir 20 Minuten – da musste dann aber da letzte halbe Jahr abgearbeitet sein. Sie pflegt noch ihre Eltern und hat einen knallharten Beruf. Die Luft wird dünn. Eine 2 komma wurde vergeben. Wegen eines einzigen Wortes! Das hat assoziativ beim Prüfer gewirkt und sein Missfallen erregt. Im Kino war ich in den letzten Jahren genau 3x. Einmal in der Oper. Ich schwöre meiner Herzdame, dass ich WIRKLICH bald komme und meiner Stilberaterfreundin, dass ich WIRKLICH bald Zeit habe. Wir wissen beide, dass das nicht wahr ist. Aber es wäre so schön. Ich kriege einen Schulterklopfer für „Umziehen? Jetzt? Das ist hart!“. Ich klopfe zurück: Pflegen? Das ist hart! Und wo ist eigentlich unsere immer aufgeregte Dritte? In Neapel, sagt man. Eine Chance, sagt man. Sie ist Mama einer kleinen Tochter, die sie jetzt ein paar Wochen nicht sieht. Das Semester an sich ist damit so gut wie verloren. 2x darf man fehlen, dann wars das. Unser Crack sitzt derweil noch immer in seinem Büro. Ich befürchte, er wird da irgendwann mal festwachsen. Er sitzt da seit 4 Jahren, wenn er nicht im Seminar ist. Handy und TV hat er nicht. Zu viel Ablenkung.

Diss: selbst, wenn Du es schaffst, diese 3-4 Jahre irgendwie zu überleben, ist das kein Garant. Diejenigen, die normal studieren, also jünger sind, als ich – sind nun Mitte-Ende 20. Kein Rentenpunkt. Keine Sicherheit. Gearbeitet haben sie im Schnitt 40-60 Stunden die Woche., sich in Praktika verschleudert und in Summerschools aufgerieben. Vielleicht hatten sie auch Spaß.

Meanwhile in Ausbildungsland. Rentenpunkte, Gesellenbrief, Anstellung, soziale Sicherheit, ein Haus, Heirat und Kinder, ein Auto und jährlich Urlaub. 40 Stundenwoche. Machen im Tv Phönix an, ganz gewiefte sehen sogar Arte. Und ahnen nicht, was der Preis dafür war. Schreiben aber n Kommentar, dass sie keene Ahnung haben, weshalb Studenten nicht arbeiten – die faulen Säcke.

Guten Tag, haben Sie Zahnseide?

Das hab selbst ich noch nicht erlebt 😂

notaufnahmeschwester

Nachts um 1 Uhr kam der 92-jährige  Mann in die Notaufnahme. Ein heftiger Druck auf der Brust hatte ihn geweckt. Am Ende ein Herzinfarkt?

Wenn das Herz schmerzt, kommt der Notarzt und der Notarztfahrer und der Notarztfahrerpraktikant. Es kommt auch der Notfallsanitäter und sein Kollege sowie der Knecht der alles schleppt und wichtig schaut, gerne im Wege steht und anschließend wichtig die Patientenliege frisch bezieht.

Da lag er dann also. Die Augen fest geschlossen – es war ja auch schon spät. Da schläft der gemeine Seniorenheimbewohner normalerweise schon seit Stunden.

Meine entzückende Kollegin und ich machten uns an die Patientenversorgung. Ausziehen. Überwachung klar machen, EKG schreiben, Blut abnehmen, MRSA Abstrich, Patiententüte befüllen,  zig Zettel bekleben und ausfüllen. Dabei mit dem Patienten plaudern, Decke holen. Routinekram. Monitor im Blick.

Wir waren gerade so schön mittendrin, als auf einmal ein junger Typ mitten im Raum beim halbnackten, alten Patienten und uns stand.

Ursprünglichen Post anzeigen 326 weitere Wörter

Mucke

Musik und ich – das ist eine mediale Leidensgeschichte. Als ich gerade in dem Alter war, wo die besten Platten ordentlich in ihrem Plastikschubfach verstaut waren und ich Samstags ordentlich in meiner Neonbluse und im Minirock mit Creolen (es soll ja Untersuchungen zur weiblichen Intelligenz und Creolendurchmessern geben, die stimmen alle nicht) in die Disco (Ihr nennt das Club) stapfte – da gab es diese neue Erfindung. Angeblich unverwüstliche Tonträger. CD´s. Ich hatte keine Ahnung von Hi-Fi, aber es hörte sich für mich schon immer an, wie irgendwas aus der Dose. Aber gut.

Als ich diese Sammlung dann komplett hatte – und das Auto von Kassette auf CD umgestellt war, kam gleich der neueste heiße Scheiß: MP3. Da war bei mir persönlich der Ofen aus. Dass man Jahre gebraucht hat, um den Datenverlust auch als Hörverlust zu interpretieren, hat mich zum echten Kulturpessimisten werden lassen. Irgendwann hab ich mir dann – vom Kind natürlich – Musik auf dem Handy aufschwatzen lassen. Und damit wurde ich zum Doppelnutzer. Die lustige Zeit, in der ich Musik irgendwie aktiv verfolgte, war auch irgendwann vorbei – und ich stieg leicht um, auf Klassik. Da verändert sich nicht soooo rasend viel. (meine letzte aktiv beobachtete Künstlerin war Anastacia.. *hust).

Nun soll beim Umzug alles schöner werden. Also ab, in einen Mediamarkt. Dem Verkäufer erklärte ich, was ich will: CD´s und Musik vom Handy hören UUUND: meinen Fernseher dran anschließen. Geht nicht, sagt er. WAS? Die fliegen auf den Mars aber ich kann nicht Musik vom CD-Spieler hören? Er empfiehlt mir eine Yamaha-Anlage. Alda, das hatte ich schon mit 19! Ich schiele neidisch rüber zum Bose-System. Hatte ich immer gerne, machte vernünftige Laute. Nein, das kann keine CD´s spielen. Aber ich soll doch einfach, sagt er, meine CD´s digitalisieren.

Ich bin ja son Typ, der auch mit ner Kalaschnikow ins Deeskalationsgespräch geht. Ich Langlais ihm gleich eine, fühl ich. Ich rate ihm doch auch nicht, sich den Penis oder wahlweise die Hände zu kürzen, weil das irgendwie praktischer zu sein scheint. Weshalb soll ich mein Gehör limitieren? Bloody Idiot! Die tragbaren Lautsprecher von Bose preist er aber an. Die sehen aus wie Kaffeemaschinen, nöl ich. Das gabs doch schonmal kleiner. Da hießen sie Cubes und ich fand sie klasse. Nach ca. 20 Minuten stellt sich raus, dass sowohl er, als auch sein Kollege zu blöd sind, mir den Nachfolger meines Systems zu verkaufen. Sie stehen genau daneben. Was mit dem Subwoofer passiert ist, will ich wissen. Sieht jetzt aus wie ein Mülleimer. In weiß. Wer macht solche Designs? Das Kind, das daneben steht und eigentlich geduldig ist, begreift, dass große Dinge anrollen. Er murmelt: Soundbar..gibts auch von „Teufel“. Was zum Teufel auch immer das ist. Weiter erklärt mir der Verkäufer, dass die Bar mit meinem Netzwerk..blaaaaa….. Aus die Maus, Lust bis auf Weiteres verloren.  Wenn das Vorspiel schon so ermüdend ist, brauchste auf den akustischen Höhepunkt nicht hoffen. Spätestens, als mir der Verkäufer noch immer die tragbare Kaffeemaschine andrehen will, aber das Komplettsystem nicht gestartet bekommt, ist meine Laune dahin.

Um unterwegs doch wenigstens ein bisschen meiner Musik hören zu können, lade ich dann noch ein paar uralte Wichtigkeiten – auf den PC. Es kommt, wie es kommen muss. Das Ding synchronisiert sich nicht mehr automatisch mit dem Handy, weil irgendein Typ Version 2.077654 erfunden hat und das jetzt eben so ist. Ich bin ja nicht blöd und stöpsel also das Ding an den Lap. Nada. Niente. Nix.

2 Stunden später. Ich möchte mein 1986 zurück, als ich mir einfach eine hrngszefixnocheinmal-CD kaufen und das Ding abspielen konnte. Ich weiß, diese Idee, sofort auf Medien zugreifen zu können, ist completely nuts – aber so wahnsinnig effizient. Irgendwann merke ich, dass irgendwas blockiert. Da sind allerdings schon mehrere Notrufe ans Kind abgesetzt worden. Voll peinlich. Sieh an. Es lädt im Hintergrund noch ein Film. Der war mal unheimlich wichtig für seine Schule. In der ZEHNTEN! Es war also gar nicht mein Problem. Hah!

Komm mir mal nach Hause Bürschchen! Ich freue mich so unendlich auf das Frühstück mit ihm – und Elton John und Guillaume Dufay… *muhahaha Nur, worauf ich die abspielen soll, das weiß ich noch nicht….. 2017 geht das angeblich ja alles nicht.

 

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