Mutterschaft und Studium neigen sich dem Ende zu, und es steht die große Frage an: wie soll es denn aussehen, das Leben danach? Sicher, wir könnten einfach so weitermachen, wie bisher, das leere Nest bewachen, bis zu den großen Feiertagen mal jemand klopft, der etwas zu Essen und gewaschene Wäsche haben will. Sicher, ich könnte einen zweiten, dritten, vierten Master machen und Gräzistik studieren – da hätte ich mal wirklich was zum Verzweifeln.

Wir haben dann mal beschlossen: das wollen wir nicht. Wir wollen was anderes. Zuerst war es einfach nur ein spinnerter Gedanke: vielleicht gar nicht hier wohnen bleiben. Derzeit sind wir in der Recherche für ein neues Daheim. Unglaublich anstrengend! So ein Haus ist wie ein Kleid – aber eben ein gebrauchtes. Das hat schonmal einer getragen, der hatte meist einen anderen Geschmack. Ich könnte mir gut vorstellen, am Morgen eine Runde in einem Pool zu drehen – der Schulter wegen – und mein Mann könnte sich gut vorstellen, dass ich ein Ding an der Waffel habe – Technik ist im Endeffekt nämlich nicht so unsers. Ich könnte mir gut vorstellen, im Winter meiner „Was anzünden“-Leidenschaft nachzugeben: ein Kamin wäre schön. Ruhe wäre schön. In Ruhe schreiben wäre toll. Wieder Sporten – die Schulter verhindert größeren Ruhm – wäre schön. Jetzt, wo ich keine Verantwortung mehr habe, wäre Motorradfahren wieder schön. Das habe ich mir nach meinem Unfall damals verboten. Minirock ohne Beine – das sieht blöd aus und man sollte es vermeiden. Ich war damals zu blöd, von ABS auf Normalbremse umzusteigen – und stieg nicht mehr auf. Sicher ist sicher. Ich hatte ja Kinder.

Ich habe Hunderte Häuser gesehen in den letzten Tagen. Mit Ankleidezimmer (und rotem Thron dafür, hinsetzen beim Strümpfeanziehen – wie charmant) und ohne, mit zig Treppenhäusern und ebenerdig. Mit 1-12<-!! Bädern. Man ist ja nicht verrückt – zum Putzen reicht schon EIN Bad völlig. Wohnen hat eindeutig mit der Frage zu tun: wie will ich leben? Wie wollen WIR leben? Was BRAUCHT und was WILL man? Auch die Toscana war im Rennen – ganz kurz. Einfach abhauen. Rennen allerdings wollte ich dann in die nächste deutschsprachige Bib nicht über zig Kilometer. Reisen wäre schön: schwachsinnig, denn ich werde reisen müssen, um meine Aufgabe zu erledigen. Langweilig ist das alles jedenfalls nicht. Ein neues Leben muss her. Ein spannendes. Es wird nie langweilig, wenn man es nicht will. Wir haben jetzt etwas im Auge: es hat ein Bad im Erdgeschoss: man bleibt ja nicht immer mobil.

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